Friedhof der Namenlosen
erschienen auf Antarktis
"Hinterm Mond
versalzt der Hinterwäldler Erdbewohner sich die Suppe selbst"
Weltpolitik, Lokalteil und Feuilleton ... Nicht nur, aber auch für Nadia
Anjuman und enttäuschte BAWAG-Kunden.
Lyrics: Mieze Medusa
Beat: tenderboy
Cuts: DJ Smi
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Ich wollte eigentlich das Weite suchen
den Daumen raus und die Bewohner der Galaxis nebenan zur Hilfe rufen
hinterm Mond versalzt der Hinterwäldler Erdbewohner sich die Suppe selbst
verklebt den Mund von der, die sich dagegen wehrt, weil ihr der Werdegang
der Welt nicht so gefällt
was weiß denn ich, woran es liegt, dass wir so sehr daneben liegen
dass wir Probleme nicht in Griff und alles andre nicht geregelt kriegen
wir sorgen uns um zinsen, arbeitsplatz und ladenöffnungszeiten
und vergessen dann so gern dass anderswo die welt ins gleiten kommt
ganze dörfer unter sich begräbt
wenn der planet erbebt
verwandelt sich ein landstrich in ein namenloses armengrab
und in Afghanistan verbrennen sich die fraun, weil
sie zu anderen todesarten keinen zugang haben
keinen platz zum leben, und die, die wählt sich zu erheben und
deren sprache dunkle rote blüten treibt,
tja, die verprügelt dann der ehemann,
bis sie am boden liegen bleibt
und ich kann nicht mal ihren namen sagen,
uns trennt so viel nicht nur die sprache und der adressat
an den wir unsre panischen gebete in den äther jagen
sie sagte wohl allah,
ich hinterfrag den alten narr im vatikan
und eine antwort seines chefs
die käm inzwischen mehr als unvermutet und ja,
ich hätt so gern new orleans gesehn,
bevor katrina den big easy flutet
ist das ein requiem
ein songe für jene unter uns, die anonym zugrunde gehen
ist das der friedhof der namenlosen
ist das die festung utopia
ist das ein grabstein aus ton
ist das der garten eden
wir vertreiben uns selbst und nichts zu sagen wäre zu bequem
jetzt unterschreib doch das papier und reduzier
den schadstoffaustritt
und wenn dein sohn mit leichter hand die million deiner bank verspielt
dann sei doch bitte manns genug und sorg dafür,
dass er danach auch eine strafe kriegt
der papa sois ned richten
und bitte finger weg vom streikfond
den schaden tragen sowieso nur die etagen ohne firmenwagen
und die denkst du vergessen und verzeihen schon,
doch so vernichtet sich vertraun,
das ganze land ist sensationsgeil
geklonte schlagzeilen kollidiern mit dem
das deine zeitung dir verschweigt
und es kursiern vermutungen, die kombiniert mit wut auf den,
den man für schuldig hält die solidarität mit einem keil versieht
und auseinandertreibt
bis mehr als 10 prozent wie früher schon
nach einigkeit und einer starken hand schrein
wir unterziehn uns wiedermal der qual der wiederwahl
von der partei, die's lieber hat, wenn reichtum unter sich
und eine frau daheim und bei den kindern bleibt
ums zu verstehn fehlt mir ein gen
ich bin nicht einverstanden mir reichts mit jungsbanden,
alten männerclubs ich hab die schnautze voll von seilschaften
und dem gemunkel aus der edenbar und eben grad
verbündet sich dort wer mit wem, und verkündet uns zu dienen,
aber nicht in meinem sinn und auch nicht in meinem namen
ist das ein requiem
ein songe für jene unter uns, die anonym zugrunde gehen
ist das der friedhof der namenlosen
ist das die festung utopia
ist das ein grabstein aus ton
ist das der garten eden
wir vertreiben uns selbst und nichts zu sagen wäre zu bequem
glasharter großvater tod und der sensenmann,
der keine sense kennt und der für jedermann
nicht nur in Salzburg jederzeit das Ende bringen kann
indem er deinen namen nennt,
gevatter, finger weg von family und freundeskreis
für einen abschied dieser qualität bin ich noch nicht bereit
ich bin ein kind meiner zeit und genieß das privileg,
an einem ort zu leben, an dem mich der gewählte weg
an keinen pranger stellt und mich niemand so schnell
an einen scheiterhaufen bindet
ich hab sogar das recht zu formuliern, dass mein bauch mir gehört,
was mich zum fliegen bringt und dass sich mein vermögen
nicht in meiner mitgift findet
dafür verzicht ich auf die morgengabe
ja freu mich über funkenflug
das ist mein hell yeah
auch wenn ich morgen wieder sorgen habe
und ich trotze jedem unkenruf
ich steh auf take away kaffee, auf raffinierte scheiben schwarzes gold,
steh unter strom, denn den brauch ich für die kunst,
hab meine dates bei neonlicht, bin auf die augenringe stolz
es funkt und verschiebt sich der fokus,
es liebt dich der bass und es kriecht dieser sog
unter deine haut
und die rillen im gewebe hab ich neulich mal den straßenschluchten abgeschaut
ich lieb die fluchtlinie und den kondenstreifen
ich such das weite will nach den sternen greifen